• Pascal Hügli

Krypto: Ein Geduldspiel der sicheren Sorte

Aktualisiert: Aug 8

Miner-Abverkäufe, China-Verbot, Ether-Whale, DeFi-Fonds, dezentralisierte Bank und Bitcoin-Bull der Sonderlative


Market Update

Der Markt hängt in der Schwebe. Der Bitcoin-Preis ist diese Woche wieder unter 30k USD gefallen. Für einen Preisdruck nach unten dürften zurzeit die Miner sorgen. Deren Bitcoin-Bestand nimmt seit Ende April ab. Über die vergangenen zwei Wochen haben die Miner 4k bis 5k Bitcoin auf Monatsbasis abgestossen. Dieser Trend wirkt der Re-Akkumulation entgegen, die wir seit April sehen.


Die Abverkäufe dürften hauptsächlich durch den Miner-Exodus aus China getrieben sein. Selbst die Mining-Farmen in Sichuan, wo Bitcoin mit Wasserkraft gemint werden, scheinen leer zu stehen. Die Gesamtrechenleistung des Bitcoin-Netzwerkes, die Hashrate, ist denn auch um fast 50 Prozent gesunken. Gerade erleben wir eine Miner-Migration noch nie dagewesenen Ausmasses, was mittel- bis langfristig zu einem dezentralisierten und weniger China-abhängigen Mining führen wird. Zudem nicht zu vergessen: China hat schon einigen disruptiven Projekten den Kampf angesagt – stets mit dem jeweils besseren Ende für die von ihnen verbotene Technologie.



Die Chancen stehen also weiter gut. Das sehen auch einige Whales so. Vor allem von Ether scheinen grosse Investoren nicht genug bekommen zu können. So wurde bei der Kryptohandelsbörse Bitfinex kürzlich eine 66k ETH Buy-Wall gestellt. Ebenfalls bei Bitfinex waren die Trader übermässig long, was zeigt dass höhere Ether-Preise erwartet werden. Das könnte vor allem damit zusammenhängen, dass Ethereum mit EIP-1559 im Juli ein wichtiges Update durchlaufen wird.


Ein höherer Ether-Preis würde sich auch positiv auf DeFi auswirken. Diese noch junge Welt hat in den letzten Monaten preislich mehr einstecken müssen. Geht es aber wieder in die andere Richtung – und das wird es früher oder später –, sind die Renditen daher umso beachtlicher. Dafür sorgen wird auch der neue Crypto Venture Fonds von a16z. Der wohl berühmteste Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley hat 2,2 Mrd. US-Dollar gesammelt. Kein Geheimnis besteht darüber, dass man bei a16z vor allem auch DeFi auf dem Radar hat. Erst kürzlich wurde das in einem lesenswerten Blog-Post ausgeführt.


Während die grossen Krypto-Investoren also kaum jemals den Fuss vom Gaspedal genommen haben, beginnen kleinere, aber nicht weniger professionelle Anleger sich wieder mit grösseren Beträgen einzukaufen. So zum Beispiel der Schweizer Kryptofonds SwissRex. Wie CEO Désirée Velleuer in einem aktuellen Interview argumentiert, sei Bitcoin bei einem Wert von 35'000 gegenwärtig klar unterbewertet.


Eine letzte wichtige News noch, welche unseren Deep-Dive vom letzten Beitragunterstreicht: Die Kryptobörse FTX wird offizieller Sponsor der Major League Baseball. Das nennen wir einen Home Run und zeigt, wie populär und gut FTX unterwegs ist.



Price Signals

Zeitperiode: 26. Juni- 10. Juli 2021 by CryptoBaron Kryptoasset/US-Stablecoin: Lower bound - Upper bound

  • BTC/USDT: 27’540 - 41’960

  • ETH/USDT: 1’540 - 2’645

  • ADA/USDT: 0.91 - 1.74

  • DOT/USDT: 7.20 - 19.34

  • QNT/USDT: 35.21 - 140.83

  • ICX/USDT: 0.32 - 1.68

Wer sein Vermögen lieber verwaltet haben möchte, können wir ab CHF 50k an einen professionellen Krypto-Vermögensverwalter aus unserem Netzwerk vermitteln.



Deep dive: Eine dezentralisierte Bank im Aufbau

DeFi wird heute vor allem mit Ethereum in Verbindung gebracht. Schon heute gibt es jedoch andere DeFi-Ökosysteme, so zum Beispiel auf Solana, Terra, EOS, Polkadot oder sogar Bitcoin. Gerade erst begonnen hat DeFi auf der öffentlichen Blockchain Icon und ist daher in einem noch früheren Stadium als anderswo.


Icons Hauptziel besteht darin, verschiedene Blockchains miteinander zu verknüpfen. Dabei soll die Icon-Blockchain als Aggregator-Chain fungieren, wovon letztlich die ICX Tokenhalter profitieren sollen. ICX ist der Coin der Icon-Blockchain und lässt sich beispielsweise über Binance kaufen.


Indem sich Icon mit anderen Blockchains verbindet, bietet das auch viele Möglichkeiten für Icon’s DeFi-Applikationen. Bei diesen liegt der Fokus vor allem auf dem UI/UX-Design, so dass nicht nur DeFi-Profis sondern auch die breite Masse DeFi nutzen kann.


Bei Balanced DAO, einer dezentralisierten Bank des Icon-Ökosystems wird dies ersichtlich. Das Projekt ist erst seit April live, dementsprechend früh kann man als Early-Adopter dabei sein. Bei Balanced DAO handelt es sich um eine Kombination aus MakerDAO, Uniswap und Synthetix. Über das Protokoll kann man als Nutzer einen Kredit aufnehmen, zu einem Liquidität-Anbieter werden und auch Token tauschen. Das Protokoll bietet somit nicht nur dezentralisiertes Borrowing, sondern verfügt auch über eine dezentralisierte Exchange.


Noch sind bei weitem nicht alle Funktionalitäten umgesetzt, doch hat es sich Balanced DAO zum Ziel gesetzt, viele weitere Features zu implementieren. In den fast zwei Monaten war der DeFi-Neuling ziemlich erfolgreich, wie es on-chain-Daten zeigen.


Im Video in der Hands-on-Rubrik zeigen wir dir praktisch, wie man einen Kredit aufnehmen oder Liquidität bereitstellen kann. Auch erfährst du, wie man an den Cash-Flow- und Governance-Token von Balanced DAO herankommt.



Hands-on: Benutzerfreundliches DeFi für die Massen


Hot Topic: Ein Bitcoin-Bull der Sonderlative

Unter der Leitung von CEO Michael Saylor kündigte der Softwarehersteller Microstrategy kürzlich seinen neuesten Bitcoin-Kauf im Wert von rund 489 Mio USD an. Somit hält Microstrategy nun 105`085 Bitcoin, was beim heutigen Kurswert rund 3.6 Mia. USD entspricht.


Interessant sind dabei vor allem die Umstände, unter welchen die Coins gekauft wurden; denn diese zeugen trotz der Kursentwicklung der vergangenen Wochen davon, dass institutionelle Investoren Bitcoin als Investment weiterhin positiv sehen. So erhielt Microstrategy nach eigenen Angaben innerhalb einer Woche Anfragen von über 1.5 Mia. USD für die herausgegeben Unternehmensanleihen.


Bereits zu Beginn dieses Jahres war das institutionelle Interesse an den von Microstrategy herausgegebenen Wandelanleihen enorm. So finanzierte Microstrategy im Februar durch Herausgabe von Wandelanleihen den Kauf von Bitcoin im Wert von rund 1 Mia. USD.


Doch damit nicht genug: Mit aktuellem Antrag bei der SEC gab Microstrategy bekannt, dass sie «at the market» Wertpapierangebote ausgeben wollen, die den Verkauf von Aktien bis zu einer Milliarde US-Dollar ermöglichen würden. Gemäss Prospekt soll das Geld für allgemeine Unternehmenszwecke, inklusive dem Erwerb von Bitcoin verwendet werden. Microstrategy wird de facto zu einer “Bitcoin-Beteiligungsgesellschaft”.


Saylor bleibt seiner These treu. Im Hinblick auf die aktuelle Politik des FED könnte Saylors Strategie, den Kauf weiterer Bitcoin (als ein gegenüber dem US-Dollar aufwertendes Asset) durch die Herausgabe von Anleihen in einem zunehmend an Wert verlierenden US-Dollar zu finanzieren, als brillanter Schachzug angesehen werden. Bekanntlich ist die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ein schmaler Grat. Erst die Zukunft wird zeigen, in welche Kategorie Saylors Strategie einzustufen ist.


Wasser auf die Mühlen Saylors und seiner Bitcoin-These war zudem, als bekannt wurde, dass die US-Notenbank Microstrategys Bitcoin-Käufe mit finanziert hat. So hat sie im Zuge ihrer Pandemie-Stützungsaktionen Anteile eines High Yield ETFs gekauft. Dieser ETF hat in die von Microstrategy herausgegebenen Anleihen investiert, mit welchen Saylor Bitcoin kaufte. Das ist geradezu ironisch, wenn man sich die sehr kritische Haltung des FED gegenüber Kryptowährungen vor Augen hält. Gleichzeitig ist es auch ein weiteres Indiz für eine aus dem Ruder laufende Geldpolitik.


Wer ein besseres Verständnis über die Beweggründe von Michael Saylor erlangen möchte, dem sei folgende Podcast-Serie empfohlen.

Disclaimer

Die Inhalte stellen weder eine individuelle Anlageempfehlung noch eine Einladung zum Kauf oder Verkauf von Kryptoassets dar. Insight DeFi lehnt jegliche Haftung als Folge von Handlungen basierend auf den Inhalten des Newsletters ab. Das Team von Insight DeFi hält teilweise die in diesem Newsletter vorgestellten Krypotassets in ihren privaten Portfolios.

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