• Pascal HĂŒgli

Dynamiken, die man verstehen muss

Bitcoin-Angebotsknappheit, Langzeithalter, alte und neue Trends, MEV, Satoshis Statue, NFT Loot


Food for Thought: Gedanken zu Angebotsdynamiken bei Bitcoin 💭


Im Kryptomarkt dominiert derzeit eine Frage: Steht Bitcoin kurz vor einem Angebotsschock, der den Preis in absehbarer Zeit beflĂŒgeln könnte? EindrĂŒcklich ist, in welchem Tempo und in welchen Mengen Bitcoin-Einheiten derzeit von Kryptobörsen abgezogen werden. Noch nie in der Geschichte Bitcoins haben wir einen solchen RĂŒckgang der Exchange-BestĂ€nde erlebt. Die BörsenbestĂ€nde sind nun 10 Tage in Folge gesunken und haben neue Tiefs erreicht.

Der prozentuale Anteil des Bitcoin-Angebots, der sich in den letzten drei Monaten bewegt hat, ist so niedrig wie nie zuvor – nur am Ende des BĂ€renmarkts von 2015 standen wir bei einem Ă€hnlich tiefen Level. Wie sich zeigt (Grafik 2), haben 84,1% des gegenwĂ€rtig zirkulierenden Bitcoin-Angebots in den vergangenen drei Monaten nicht die Adresse gewechselt. Dieser Umstand zeigt, dass mehr und mehr «junge» Bitcoin derzeit dem liquiden Bitcoin-Umlauf entzogen werden. Es scheint also so, dass diese Bitcoin nach dem Preiscrash im Mai von Haltern mit hoher Überzeugung aufgekauft worden sind und daher eine weniger grosse Wahrscheinlichkeit aufweisen, in absehbarer Zeit schnell abverkauft zu werden.

Langzeithalter, also solche Bitcoin-Halter, die ĂŒber Coins verfĂŒgen, die seit mehr als 155 Tagen nicht verkauft worden sind, verhalten sich denn auch bullisch. So ist zu beobachten, dass diese Langzeithalter 69 % des gesamten zirkulierenden Bitcoin-Angebots halten, was ungefĂ€hr dem Niveau entspricht, dass wir im Oktober 2020 gesehen haben – kurz bevor der Bitcoin-Preis zu seiner letzten Rally ansetzte.

Grafik 3: Langzeithalter sind derzeit im Besitz von 12,97 Millionen Bitcoin. Absolut gesehen entspricht das historisch einem Höchstwert.


Nicht auszuschliessen ist also eine LiquiditĂ€tskrise, die durch die Angebotsseite getrieben sein könnte. Die sich aufbauende Angebotsknappheit könnte in einem Angebotsschock enden, der schliesslich den Preis in die Höher treibt und zwar ruckartig. Wie kein anderer Vermögenswert ist Bitcoin letztlich von dieser Dynamik getrieben, weshalb einige Argumentieren, dass Bitcoin letztlich der ultimative Short Squeeze gegen Fiatgeld darstellen wĂŒrde.


Nichts ist garantiert


Doch ist natĂŒrlich nicht garantiert, dass es in der kurzen Frist so kommen muss. So glauben einige, dass die 64k-US-Dollarmarke im April tatsĂ€chlich ein lokales Top darstellte und die letzten Monate lediglich ein sogenannter Dead Cat Bounce waren – also ein letztes AufbĂ€umen, bevor der Preis dann effektiv in einen BĂ€renmarkt schlittert. Beunruhigend finden einige, dass die Handelsvolumen derzeit wenig ĂŒberzeugend sind.


Die makroökonomischen Indikationen zu den Angebots-Dynamiken bei Bitcoin, die wir oben geschildert haben, sind interessant, wohl aber sicher mit Vorsicht zu geniessen. Immerhin kann der Wind schnell drehen, dann nĂ€mlich, wenn Bitcoin-Whales plötzlich Bitcoin abzustossen beginnen. Auch ist der Bitcoin-Markt noch immer stark mit den traditionellen Aktienmarkt korreliert. Wie folgende Grafik eindrĂŒcklich zeigt, wird Bitcoin noch immer als Risk-On-Asset wahrgenommen.

Grafik 4: Fast jede Bitcoin-Korrektur im Jahr 2021 korrelierte mit einer S&P500-Korrektur von -2% oder mehr.


Apropos Korrelationen: Wie sich der ĂŒbrige Kryptomarkt in den nĂ€chsten Wochen weiterentwickeln wird, hĂ€ngt nach wie vor davon ab, was Bitcoin machen wird. Sollte Bitcoin einbrechen und sich der oben erwĂ€hnte Dead Cat Bounce bestĂ€tigen, wĂŒrde das natĂŒrlich auch die anderen Kryptoassets wieder stark in Mitleidenschaft ziehen. Sollte Bitcoin aufgrund der Angebotsknappheit plötzlich im Preis explodieren, wĂŒrden Altcoins kurzfristig unter Druck kommen, weil die Bitcoin-Dominanz wieder steigen wĂŒrde. Nach einem Bitcoin-Pump kĂ€me dann aber die Altcoin-Ekstase – das war in der Vergangenheit ja immer so.


Alter und neuer Trend 📈


Ganz aktuell etwas gedreht hat der DeFi-Markt. In unserem letzten Newsletter-Beitrag hatten wir in Bezug auf die DeFi-Preisentwicklung ein eher kritisches Argument ausgefĂŒhrt. GegenwĂ€rtig sieht es danach aus, als wĂŒrden die DeFi-Titel wieder etwas an Schwung gewinnen. DeFi-Blue Chips wie Uniswap, Aave, Synthetix oder Curve hatten eine gute letzte Woche. Einige DeFi-Projekt, die in den letzten Monaten preistechnisch arg gelitten hatten, zeigten zudem beachtliches Handelsvolumen. Werden wir DeFi-Assets bald wieder outperformen sehen? Sollte sich der Bitcoin-Preis halten können, dĂŒrfte das der Fall sein.


Neben einem möglichen DeFi-Trend könnte uns auch ein echter Trend der InteroperabilitĂ€t bevorstehen. In persönlichen GesprĂ€chen fĂ€llt uns auf, dass viele Menschen nach wie vor denken, dass es nur fĂŒr wenige Blockchain-Projekt, vor allem bei den Smart-Contract-Plattformen, Platz haben werden. Die Zukunft der Blockchains dĂŒrfte allerdings in der InteroperabilitĂ€t liegen.


Auf diese fokussieren sich einige Projekte, allen voran, Cosmos (ATOM), Quant (QNT) oder ICON (ICX). Insbesondere das letzte Projekt haben wir in unserem Newsletter immer mal wieder thematisiert. Hier steht in den nĂ€chsten Wochen die Migration auf das neue System, Icon 2.0 an. Die Erwartung in Bezug auf die damit verbundene InteroperabilitĂ€tstechnologie BTP (Blockchain Transmission Protocol) ist gross. Dieses und das Thema der InteroperablitĂ€t im Allgemeinen werden wir in einem zukĂŒnftigen Beitrag bald einmal noch genauer betrachten.


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Was ist Miner Extractable Value (MEV) und wieso du dich dafĂŒr interessieren solltest.


Um die Frage weshalb du dich fĂŒr MEV interessieren solltest vorwegzunehmen, reicht ein kurzer Blick auf die Statistik: Allein im Januar dieses Jahres wurden auf der Ethereum-Blockchain durch MEV rund 57 Millionen USD extrahiert. Nutzt du DeFi hin- und wieder, besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass auch du bereits «Opfer» dieser Praktiken wurdest.



Aber was ist Miner Extractable Value, oder Maximal Extractable Value wie es auch gerne genannt wird. MEV beschreibt den Profit, welcher ein Miner erwirtschaften kann, indem er bei der Erstellung eines Blocks der Blockchain willkĂŒrlich einzelne Transaktionen in den Block einschliesst, ausschliesst oder die Reihenfolge der Transaktionen in diesem Block zu seinem Vorteil verĂ€ndert.


Ein Blick hinter die Kulissen der Blockchain 🎩


Um zu verstehen wie das möglich ist, benötigen wir ein GrundverstĂ€ndnis davon, was genau hinter den Kulissen ablĂ€uft, wenn eine Ethereum-Transaktion durchgefĂŒhrt wird.


Möchte Nutzer A etwa 1 Ether an Nutzer B senden, so teilt er diese geplante Transaktion einem Node mit. Verschiedene Nodes teilen dann Informationen ĂŒber geplante Transaktionen in einem sogenannten «Memory-Pool». Aus diesem «Mempool» wĂ€hlen Miner schliesslich die Transaktionen aus, welche Sie in den nĂ€chsten Block integrieren möchten.


Ein User kann die Chance, dass seine Transaktion im nĂ€chsten Block integriert wird - und somit schneller finalisiert wird – erhöhen, indem er höhere TransaktionsgebĂŒhren (sog. «gas-fees») fĂŒr die DurchfĂŒhrung bezahlt. Miner haben dann den Anreiz, diejenigen Transaktionen in ihren Block aufzunehmen, die ihnen die höchsten Gas Fees als Anreiz bieten.


Entgegen dem allgemeinen VerstĂ€ndnis befinden sich Miner in der privilegierten Position, ihnen bekannte Informationen ĂŒber geplante Transaktionen zu ihrem eigenen wirtschaftlichen Vorteil auszunutzen. Verschiedene Methoden, wie etwa Front-Running, Back-Running oder Sandwich-Attacken ) erlauben es ihnen, ETH in ihre eigene Taschen zu extrahieren. Bei den Sandwich-Attacke handelt es sich um eine Kombination aus Front- und Back-Running. Ein Miner integriert eine eigene Transaktion in den Block, vor und nach einer Transaktion von grossem Wert, um so von der durch die grosse Transaktion ausgelösten Kursschwankung profitieren zu können.


Ähnliche Herausforderungen wie in der klassischen Welt


MEV ist vor allem dann ein «Problem», wenn eine Blockchain mittels Smart-Contracts eine Vielzahl an Finanzanwendungen ermöglicht. So hat DeFi komplexe Finanzprodukte auf der Blockchain geschaffen, die Arbitragemöglichkeiten erlauben, die wiederum von einigen durch das AusnĂŒtzen von MEV eher realisiert werden können. Auf Bitcoin, wo die Transaktionen gewissermassen «simpler» sind, lohnt sich MEV weniger.


Die Verlierer bei MEV sind vor allem die Nutzer des Blockchain-Netzwerkes, deren Transaktionen zu schlechteren Konditionen, in einem spĂ€teren Block oder mit erhöhten Gas Fees ausgefĂŒhrt werden. Als besonders problematisch gilt: Oftmals sind sich die Nutzer dieser Problematik ĂŒberhaupt nicht bewusst. Umso wichtiger also, dass man sie darauf aufmerksam macht. Ähnliche AufklĂ€rungsarbeit wird ja auch in der traditionellen Finanzwelt verrichtet. Unter dem Stichwort «Payment For Order Flow» sollen private Trader ebenfalls darĂŒber aufgeklĂ€rt werden, das High-Frequency-Tradingfirmen teils eine Art Front-Running betreiben. Auch in der klassischen Finanzwelt sind diese Praktiken natĂŒrlich umstritten.


Solche Entwicklungen gilt es genau im Auge zu behalten, denn wie wir gesehen haben, verzerrt MEV den Markt und erschwert fairen Handel. Es bleibt spannend zu beobachten, ob und wie die verschiedenen Smart-Contract-Plattformen solche Probleme angehen werden.


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Schon gewusst?


Dem anonymen Bitcoin-BegrĂŒnder Satoshi Nakamoto wurde in Budapest, der Hauptstadt Ungarns, eine Statue gewidmet. WĂ€hrend von verschiedenen Seiten schon der Nobelpreis fĂŒr Nakamoto gefordert worden ist, hat man ihm nun «wenigstens» ein Denkmal geschaffen. Verdient hat er das allemal. Interessant ist, dass seine Statue nicht unweit von derjenigen von Steve Jobs ist
 👀



Nakamoto kaum eine Statue geben wĂŒrde wohl die derzeitige PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Zentralbank Christine Lagarde. Einmal mehr hat sie sich in alter Laier gegen Bitcoin und KryptowĂ€hrungen ausgesprochen. KryptowĂ€hrungen seien keine WĂ€hrungen.


Damit liegt sie gar nicht mal so falsch. Bitcoin und potenziell auch andere Kryptos sind nĂ€mlich viel mehr als das. So stellt die öffentlichen Blockchain Bitcoin eine neuartige, globale Settlement-Infrastruktur fĂŒr ein neues nicht-staatliches Basisgeld dar. Darauf aufbauen lĂ€sst sich – und das ist bereits in vollem Gange – ein ganz neues, dezentrales Finanzsystem, ein Finanzsystem 2.0 eben. Ein paar AusfĂŒhrungen von Insight DeFi zu diesem Thema finden sich hier oder hier.


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NFTs - PhÀnomenal Surreal


Erinnerst du dich noch vor zwei Wochen, als wir von millionenschweren CryptoPunks, sechsstelligen Pinguinen und dem gelangweilten Affenclub erzÀhlt haben. Nun, schnall dich an, das war erst der Anfang. In der Welt der Non-fungible Tokens, kurz NFTs, hat sich bereits ein neuer Trend entwickelt, der noch eine Schippe drauflegt. Projekt Loot!


Weisse Pixel auf schwarzem Grund


Projekt Loot hört sich zunĂ€chst simpel an. Dom Hofmann, der Schöpfer dieser Idee, hatte Ende August per Twitter angekĂŒndigt, seine neueste NFT-Kreation gratis zu verteilen. Die EmpfĂ€nger hatten jeweils nur die Mint-Kosten selber zu berappen, also die Ether, welche bezahlt werden mĂŒssen, um ein NFT auf die Ethereum-Blockchain zu schreiben (aktuell zwischen 70 und 300 CHF).


Die 8000 NFTs, von welchen Dom Hofmann 220 fĂŒr sich selber behielt, gingen denn auch innert 4 Stunden ĂŒber den Tisch. Schaut man sich die NFTs an, schluckt der NormalbĂŒrger erst einmal leer. Man sieht weisse Wörter in englischer Sprache auf schwarzem Grund. Kein Bild, keine Kunst, nur langweilige Schrift. Und dafĂŒr haben Leute Geld bezahlt, fragt man sich.


Beispiel eines Project Loot NFTs, auch Loot Bag genannt. Mindestpreis ist zurzeit ~7.7 Ether.


Die Sache wird noch merkwĂŒrdiger, wenn man sich die Preise anguckt, zu welchen diese NFTs auf der Auktionsplattform OpenSea derzeit gehandelt werden. GĂŒnstigstes Angebot belĂ€uft sich auf 7.7 ETH, was circa 25’000 CHF entsprichst. Rekordpreis fĂŒr ein Loot NFTs ist Stand heute: $946’000 USD.


KreativitĂ€t, Selbstbestimmung und eine leeres Blatt đŸ–Šïž


Was vor einem Jahr noch undenkbar war - dass man fĂŒr eine digitale Liste mit Wörtern solche Summen ausgeben wĂŒrde - scheint heute in den Augen vieler Kryptoenthusiasten gut investiertes Geld zu sein. Doch fĂŒr was stehen diese Wörter und was kann man mit einem Loot NFT, auch Loot Bag genannt, machen?


Laut dem Erfinder handelt es sich bei der Kombination von Wörtern um die AusrĂŒstung eines Abenteurers. Jede Wortliste ist eine einzigartige Kombination dieser AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde, wobei die einzelnen GegenstĂ€nde auf vielen verschiedenen Listen vorkommen. Gewisse GegenstĂ€nde sind rarer als andere, ebenso wie gewisse Kombinationen rarer sind als andere. Dies gibt den Loot Bags unterschiedlichen Wert. Jede Liste enthĂ€lt insgesamt 8 GegenstĂ€nde aus 8 verschiedenen Kategorien, welche da sind: Waffe, Brustpanzer, Helm, GĂŒrtel, Schuhe, Handschuhe, Halskette und Ring.


Das Aussehen und die FĂ€higkeiten der GegenstĂ€nde hat Dom Hoffmann bewusst offen gelassen. Die Kryptogemeinschaft soll und darf sich hier selbst kreativ zeigen und die Geschichte, resp. das Spiel um diese GegenstĂ€nde herum eigenhĂ€ndig entwerfen. NatĂŒrlich liessen erste Visualisierungen nicht lange auf sich warten.


Visualisierung des Twitter-User gremplin: “Ich kann nicht aufhören, ĂŒber Loot nachzudenken.”


Andere haben Ă€hnlich den Cryptopunks die GegenstĂ€nde in Pixeltechnik durch kĂŒnstliche Intelligenz herstellen lassen, wie dieses Beispiel zeigt:

Visualisierung durch kĂŒnstliche Intelligenz von Twitter-User MOΞ


Bottom-up Approach


Doch was das Projekt wirklich spannend macht, ist der Ansatz der Spielkreierung. Anstatt dass die Regeln, die Figuren, das Aussehen, die Möglichkeiten, ja das ganze Spiel vom Spieleentwickler vorgegeben werden, wurden bei Projekt Loot nur einige wenige Bausteine zur VerfĂŒgung gestellt. Nutzer und Fans dĂŒrfen nun mit diesen NFT-Bausteinen, Ă€hnlich wie beim Legosteine spielen, eigene, neue Welten kreieren.


Die Visualisierungen der GegenstĂ€nde ist hierbei nur der erste Schritt. Mittlerweile gibt es Internetforen, z.B. die Divine Robe Community, welche nur von Leuten besucht werden können, welche ĂŒber bestimmte Loot GegenstĂ€nde verfĂŒgen. Andere Projekte wie lootcharacter lassen Besitzer eines Loot Bags einen einzigartigen Avatar minten, welcher wiederum als NFT auf der Blockchain abgelegt wird.


Der Schöpfer des Projektes hat kĂŒrzlich angekĂŒndigt, dass die Besitzer von Loot Bags bald digitales Land passend zu ihren Bags minten können. So kommt eine weitere, handelbare Spielkomponente dazu, welche wiederum mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Spiels mit sich bringt.


Lootmart ermöglicht es, den Loot Bag in seine Einzelteile zu zerlegen, welche dann verkauft und getauscht werden können, um so den eigenen Abenteurer nach seinen WĂŒnschen auszustatten.


Ebenso wurde das Problem erkannt, dass durch die limitierte Anzahl an Loot Bags nur eine begrenzte Anzahl Spieler am Spiel teilnehmen können. Deshalb sind Überlegungen im Gange, einen Standard Loot Bag fĂŒr jedermann frei zur VerfĂŒgung zu stellen, der zwar keinen Wert hat, aber dennoch die Teilnahme am wachsenden Loot Universum ermöglicht.


Geldsegen, Geldregen đŸ€‘


Ein solches Spiel braucht natĂŒrlich auch eine eigene WĂ€hrung. Findige Entwickler haben deshalb die KryptowĂ€hrung Adventure Gold (AGLD) ins Leben gerufen. Halter dieser Token können unter anderem an Abstimmungen bezĂŒglich des Spiels teilnehmen und so die Zukunft des Projektes teilweise mitbestimmen.


Spannend ist jedoch, dass jeweils 10’000 Adventure Gold Tokens bei der Erschaffung der WĂ€hrung an jeden Halter eines Loot Bag gratis verteilt wurden (sogenannter Airdrop). Zu Spitzenzeiten hatte dieser Airdrop 70’000 CHF wert und auch heute noch sind es circa 30’000 CHF. Man stelle sich das einmal vor:

  • Vor 2 Wochen haben diese Besitzer fĂŒr circa $150 einen NFT gekauft.

  • Dieser ging viral und sein Wert hat sich mindestens 200x erhöht.

  • Kurze Zeit spĂ€ter kriegte man noch einen Airdrop ĂŒber mehrere zehntausend Franken, ohne etwas dafĂŒr gemacht zu haben.

Willkommen in der neuen Welt der Cryptos!


Was bitte hat das mit mir zu tun?


Diese nette Geschichte ĂŒber Projekt Loot klingt irgendwie irrwitzig und wird bei vielen Lesern Fragezeichen auslösen. Verpasse ich etwas? Hat sich die Welt so schnell verĂ€ndert und ich habe es nicht mitbekommen. Hat man den goldenen Topf am Ende des Regenbogens gefunden, ohne dass mir jemand etwas davon gesagt hat?

Nun, der spannend Punkt dieser Geschichte ist folgender: Ein Bottom-Up-Ansatz kann das ungeheure Potential der Massen freisetzen. Wie wir bereits bei Open Source Projekten wie Linux und Internetforen wie WallStreetBets erlebt haben, scheint in der digitalen Welt der Bottom-Up Ansatz oftmals erfolgreicher zu sein als hierarchische Planung.

MĂŒssen z.B. fĂŒr einen Marvel Kinofilm Millionen von Kapital beschafft, KĂŒnstler, Regisseure, Drehbuchautoren bezahlt und eine kolossale Maschinerie in Gang gesetzt werden, so reichen in der Bottom-Up-Welt 8000 schwarze Quadrate mit weisser Schrift fĂŒr die Erschaffung eines neuen Metaversum aus, welches innert Wochenfrist Millionen wert ist. Die intrinsische, chaotische KreativitĂ€t von Vielen kann mehr erreichen als die koordinierte, entlöhnte KreativitĂ€t von Wenigen.

Nach solch dezentralisierten Bottom-up-Projekten gilt es denn in Zukunft auch die Augen und Ohren offenzuhalten. Denn diese entfesseln das kreative Potenzial tausender Enthusiasten weltweit und dĂŒrften so fĂŒr unzĂ€hlige DurchbrĂŒche, Neuerfindungen und virale Trends verantwortlich sein. Ob man nun in den Adventure Gold Token investieren soll, sei hier offengelassen. Nur soviel soll gesagt sein: Wer an den langfristigen Erfolg solcher Projekte glaubt, kann sich damit eine goldene Nase verdienen.


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Wie folgt kannst du uns unterstĂŒtzen:















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